Kleine Firmengeschichte des Hauses Dr. Scholze

Gegründet wurde die Firma 1922 von Alwin Scholze I. Alwin wollte ursprünglich mit seiner Frau Anfang der 20er Jahre nach Kanada auswandern. Das Geld für die Überfahrt und die Holzfällerausrüstung war bereits angespart, jedoch wurde seine Frau schwanger. Die beiden entschieden sich in Deutschland zu bleiben.

So gründete Alwin Scholze I am 22.09.1922 sein Gewerbe: Verkauf von Tabakwaren aller Art. In der Mittagspause radelte er Baustellen in der Umgebung seines damaligen Arbeitgebers ab und verkaufte aus einem Blechkasten Zigarren und Zigaretten. Das war ja grundsätzlich nichts Neues. Seine unternehmerische Idee war das Verkaufen auf Kredit: gezahlt wurde nur ein Mal pro Woche am Samstagabend, wenn die Bauarbeiter ihre Lohntüte bekamen.

Diese nebenberufliche Selbständigkeit wurde einige Jahre später in eine Hauptberufliche umgewandelt.  Es wurde Südobst, hauptsächlich Bananen und Apfelsinen, aus einem Handwagen verkauft. Der Handwagen fand nach kurzer Zeit am Zaun der Villa eines Fassfabrikanten einen festen Standplatz. Aus dem Handwagen wurde im Laufe der Zeit ein fester Kiosk, der nach und nach vergrößert wurde.

1933 begannen Alwin Scholze I und seine Frau sich der süßen Zunft zuzuwenden und fertigten im Keller der Villa das erste Speiseeis mit einer Handmaschine. Das Geschäft mit Obst und Speiseeis entwickelte sich sehr positiv. Doch dann der große Rückschlag: der Villenbesitzer, bei dem man den Kiosk mittlerweile bis in den Garten hineingebaut hatte, kam in finanzielle Schwierigkeiten und musste sein Anwesen verkaufen. Alwin Scholze I kaufte mit 1.000 Reichsmark Eigenkapital die Villa. Das benötigte Geld bekam er nicht von Banken, sondern von seinen Kunden. Den Bürgern Lüneburgs war das kleine Geschäft so ans Herz gewachsen, dass sie die Finanzierung übernommen haben.

Die erstandene Villa war Grund genug für Sohn Alwin II den Beruf des Konditors zu erlernen. 1950 eröffnete er in der Villa eine Konditorei mit Café. Über die Jahre wurde die Villa und ihr Standort immer mehr mit dem Namen Scholze in Verbindung gebracht. So wird z. B. die Straßenkreuzung, an der das Stammhaus steht, die Scholze-Kreuzung genannt.

Ein kleiner, separater Gebäckladen im eigenen Haus war unter der Leitung von Ehefrau Hilde sehr erfolgreich. Die Konditorei Scholze entwickelte sich zum Spezialisten für feines Teegebäck und begann in den 70er Jahren auch vereinzelt an Wiederverkäufer zu liefern.

Dieser Geschäftszweig war Anlass für Alwin III nach dem Studium der Lebensmittelchemie und einigen Jahren Industrie 1985 den Betrieb zu übernehmen. Ziel war es die Konditorei in ihrer handwerklichen Tradition weiterzuführen und gleichzeitig die Produktion und den Vertrieb des Gebäckes auszubauen. 1986 gründete Dr. Alwin Scholze (III) die Dr. Scholze Confiserie im Lüneburger Industriegebiet. Ein Jahr später wurde die Gebäckproduktion von der Konditorei vollständig in die Confiserie ausgegliedert. Die Confiserie hat sich seit der Gründung stetig weiterentwickelt und heute sind auf ca. 2.000m² Produktionsfläche etwa 50 Personen beschäftigt.

2018 ist Julian, der Sohn von Alwin III, in die Confiserie eingestiegen. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und sammelte danach 5 Jahre Erfahrung bei einem Konsumgüterhersteller. Aktuell führt er gemeinsam mit seinem Vater Alwin III das Geschäft.

Über mehrere Generationen und fast einem Jahrhundert ist die Firmenphilosophie unverändert geblieben:

„Handwerklich geprägte Produktion, Erfahrung und ausgewählte Zutaten garantieren die Qualität und Unvergleichbarkeit der Produkte aus dem Hause Scholze.“